Die Geschichte unseres Dojos

(geändert im Januar 2009)

Die Geschichte unseres Dojos beginnt im Jahr 1988. Seitdem sind wir stetig gewachsen, haben zahlreiche Aktivitäten durchgeführt und verschiedene Veranstaltungen organisiert. Der bisherige Höhepunkt war zweifellos der im Mai 1995 von uns ausgerichtete I. Internationale Aikido-Kongress, bei dem wir die große Ehre hatten, Hikitsuchi Michio Sensei als Seminarleiter erleben zu können, den einzigen Aikido-Meister, dem zu Lebzeiten vom Gründer M. Ueshiba der 10. Dan verliehen wurde. Für uns war es eine außergewöhnliche und unvergessliche Erfahrung, vor allem, nachdem wir zahlreiche Glückwünsche von Kursteilnehmern für die Organisation erhalten hatten. Eine Art der Organisation, die viele anschließend bei ihren eigenen Veranstaltungen angewendet haben.

Das Dojo entstand aus dem Wunsch und der Notwendigkeit, meine Zeit und meine Kräfte der Suche nach dem Aikido von O´Sensei widmen zu können. Denn obwohl ich damals bereits 20 Jahre lang Aikido praktiziert hatte, war ich an einem Punkt angelangt, an dem die Worte von O´Sensei und meine Art des Aikidos nicht miteinander im Einklang standen. Es fehlte etwas. Daher suchte ich in diesem Jahr nach einem Lehrer, den ich noch nicht kannte. Ich hoffte, eine Lösung meines inneren Konflikts in der Welt des Aikido zu finden. Über einen Aikido-Weggefährten trat ich so mit Gerard Blaize in Kontakt, damals 6. Dan. Er erklärte sich bereit, einen Lehrgang im C.A.M. durchzuführen. Der Lehrgang war wirklich einzigartig und brachte all meine bisherigen Vorstellungen und Konzepte zu Fall. Das bis zu diesem Zeitpunkt durch meine Aikido-Praxis und Ausbildung errichtete Bauwerk stürzte in diesem Augenblick in sich zusammen. Das ging so weit, dass ich nach Abschluss des Lehrgangs auf die Frage, wie mir dieser gefallen hätte, keine Antwort hatte. Das Einzige, was ich sagen konnte, und was mir heute die beste Antwort erscheint, war: „Ich habe nichts verstanden. Alles, was ich bisher glaubte, ist in sich zusammengebrochen. Aber da ist etwas, ich weiß nicht was es ist. Also werde ich einen weiteren Lehrgang organisieren und schauen, was passiert“.

Seitdem habe ich bis 2008 Lehrgänge mit Gerard Blaize Sensei organisiert oder an seinen Seminaren teilgenommen, bis ich mich entschloss, meinen eigenen Platz zu suchen.

Es war nicht einfach. Es waren schwierige Zeiten, denn obwohl ich Aikido-Lehrer war, schien es, als ob ich nichts wüsste. Ich bat meine Schüler, streng mit mir zu sein und hohe Ansprüche an mich zu stellen, viel von mir zu verlangen, um so möglichst schnell diese neue Form der Aikido-Praxis zu erlernen. Viele meiner ältesten Schüler waren für diese Veränderung nicht bereit und gingen. Ich musste fast bei Null anfangen. Aber im Laufe der Zeit habe nicht nur ich mich mit dieser Neugeburt des Aikido verändert und weiterentwickelt, sondern gleichzeitig ist auch Gruppe des Dojos zahlenmäßig gewachsen. Und was noch viel wichtiger ist, sie haben schneller, unter besseren Bedingungen und in einer von mir bisher nie erlebten Form gelernt. Die Ausführung ihrer Techniken war sehr genau, ihre Körper waren deutlich geschmeidiger geworden und ihre Sensibilität sowie ihre Fähigkeit zu reagieren waren einfach unglaublich. Kurz gesagt, die neue Gruppe war dabei, sich zu festigen.

1992 entschlossen wir uns, an dem von meinem Lehrer in Paris veranstalteten Lehrgang teilzunehmen, auf dem wir seinen Lehrer kennen lernen sollten: Hikitsuchi Michio Sensei, 10. Dan. Allerdings wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass es ihn gab. Doch ich werde niemals dieses Erlebnis vergessen. Bis dahin hatte ich durch das Training, das uns Gerard Sensei zeigte, die Freude und die Hoffnung wieder gefunden, und als ich Hikitsuchi Sensei kennen lernte, wusste ich sofort, dass es mein Sensei war. Ich konnte die Präsenz eines großen Meisters spüren, die Kraft seiner Worte, die Art des Unterrichts, seine Techniken. Einfach alles an ihm war bewegend und aufregend. Ich erinnere mich, dass ich tief ergriffen war. Es war fantastisch. Es war, als hätte ich schon immer gewusst, dass wir uns eines Tages begegnen sollten, und so sind wir uns dann auch begegnet. Ich war zum ersten Mal sein Uke. Meine Sorge, ihm auch als Uke gerecht zu werden, wurde nur von seinem freundlichen Wesen und seinem steten Lächeln übertroffen. Dieser erste Lehrgang mit Hikitsuchi Michio Sensei war derart einzigartig, dass er mich für immer veränderte. Ich erlebte endlich selbst einmal, was Ki bedeutet. Ein schlichtweg wunderbares Erlebnis, das mich für immer begleiten wird, und gleichzeitig mit großer Trauer erfüllt. Denn ich verstand, dass man Aikido nicht wirklich verstehen kann, ohne selbst einmal Ki am eigenen Leib erlebt zu haben.

So führten wir treu die von Hikitsuchi Sensei übermittelte Form des Aikidos fort und nahmen in den folgenden Jahren an seinen Lehrgängen in Paris teil. Bei einer Gelegenheit wohnte ich beiden Lehrgängen bei, denn nach dem eigentlichen offiziellen Lehrgang führte Hikitsuchi Sensei im Anschluss, am darauf folgenden Wochenende, gerne einen besonderen Lehrgang nur für die Aikido-Lehrer der Gruppe durch. Auf einem dieser Lehrgänge geschah dann das Unerwartete und doch so Ersehnte: Hikitsuchi Sensei erklärte, er würde mich gerne einmal besuchen, wenn es mir Recht wäre. Natürlich spielte mein Lehrer, Gerard Blaize, bei diesem Besuchsangebot eine wichtige Rolle. Er unterstützte von Anfang an das Vorhaben, einen Lehrgang in Palma de Mallorca zu organisieren.

So begannen wir schließlich mit der Organisation des I. Internationalen Aikido-Kongresses unter der Leitung von Hikitsuchi Michio Sensei, den einzigen Aikido-Meister, dem zu Lebzeiten von Morihei Ueshiba der 10. Dan verliehen wurde. Der Kongress fand im Mai 1995 in Calvia (Mallorca) statt.

Es war ein außergewöhnlicher Kongress, auf dem ein weiterer sehr wichtiger Punkt deutlich wurde: Bei einem der gemeinsamen Essen kam ich mit einigen der Aikido-Lehrer ins Gespräch, die am Lehrgang teilgenommen hatten. Genauer gesagt mit den Aikido-Lehrern aus Ibiza. Sie waren begeistert von Hikitsuchi Sensei, hatten jedoch Vorbehalte gegenüber meinen Lehrer, Gerard Sensei. Ich erklärte ihnen, dass er ein außerordentlicher Lehrer sei, der ihnen bei näherem Kennenlernen sicher gefallen würde. Doch vorerst luden sie mich nach Ibiza ein, wofür ich ihnen sehr dankbar war. Während meines Aufenthalts dort vermittelte ich ihnen all mein Wissen, mit der Hoffnung, sie auf den Weg des Aikidos von Gerard Sensei und Hikitsuchi Sensei zu bringen, und es ist mir auch gelungen. So entstand eine größere Aikido-Gruppe und ich glaubte, dass es Zeit für einen Lehrgang von Gerard Sensei auf Ibiza wäre. Dieser war dann auch ein weiterer großer Erfolg und eine weitere Aikido-Gruppe praktizierte auf den Balearen die gleiche Art des Aikidos. Im Laufe der Zeit war meine Anwesenheit nicht mehr so notwendig und sie stellten direkten Kontakt zu Gerard Sensei her. Diese Gruppe besteht bis heute und Gerard Sensei führt weiterhin Lehrgänge auf Ibiza durch. Auch wenn sie mich nicht mehr brauchen, so bin doch sehr froh und glücklich. Denn schließlich war ich daran beteiligt und habe dazu beigetragen, dass all dies Wirklichkeit wurde, und noch heute haben wir ein gutes Verhältnis.

Unser Dojo setzte seinen Weg weiter zielstrebig fort, und auch der II. Internationale Aikido-Kongress, der diesmal in Palma abgehalten wurde, stand unter der Leitung von Hikitsuchi Sensei. Auch dieser Kongress war ein großer Erfolg, der noch von einer besonderen Unterrichtseinheit von Hikitsuchi Sensei für mich und meine Schüler in unserem Dojo „Centro Aikido Mallorca“ (C.A.M.) gekrönt wurde. Ein einzigartiges Erlebnis, das uns stets in Erinnerung bleiben wird.

Unser Dojo hat seine harte Arbeit fortgesetzt und kann mit spektakulären Ergebnissen, vielen Schülern (Erwachsenen wie Kindern) sowie einem umfangreichen Angebot an Unterrichtszeiten und Aikido-Lehrern aufwarten. Letztere besitzen allesamt ein sehr hohes Niveau und die entsprechenden offiziellen Diplome, um Unterricht erteilen und den Schülern die verschiedenen Ränge verleihen zu können (Lehrer, Ausbilder, regionale Trainer und landesweit anerkannte Lehrmeister).

2008, als wir bereits nicht mehr zur Aikido-Gruppe von Gerard Sensei gehörten, reiste ich nach Japan, in der Hoffnung dort Antworten zu finden. Und ich muss sagen, dass ich nicht nur Antworten sondern sogar meinen Platz wieder gefunden habe, in Kumano, im Dojo von Hikitsuchi Sensei. Das in mich gesetzte Vertrauen hat mir die notwendige Kraft verliehen, um als Vertreter des Kumano Juku die Aikido-Gruppe Kumano Juku España ins Leben zu rufen. In ihr soll den Geist von Hikitsuchi Sensei weiterleben und sein Weg fortgesetzt werden, um auf der Suche nach dem Aikido von Ueshiba Kaiso weiter voranzuschreiten, so wie es uns Hikitsuchi Michio Sensei gelehrt hat, und um ein so besonderes Dojo wie das Kumano Juku und seine Senseis, wie unser derzeitiger Lehrer Anno Motomichi Sensei (8. Dan, vom Gründer selbst verliehen) nach Kräften zu unterstützen. Natürlich sollte auch Ine Sensei hervorgehoben werden, der sich mir und den mich begleitenden Schülern gegenüber so freundlich und zuvorkommend verhalten hat.

Hier geht es weiter auf einer neuen und für mich wirklich aufregenden Etappe, bei der meine Anstrengungen und Energie ganz auf die Vermittlung der Botschaft von Anno Sensei ausgerichtet sind: „Bitte fördern Sie dieses Aikido“. Er gab mir diese Botschaft persönlich mit auf den Weg, nachdem wir uns kennen gelernt und ich ihm unsere Arbeit mit der Nichtregierungsorganisation „Aikido por la Paz“ (Aikido für den Frieden) vorgestellt hatte. So setzen wir unseren Weg fort, um weiter zu lernen und das Erlernte mit allen zu teilen, die unser Dojo aufsuchen, das 2009 sein 21-jähriges Bestehen feiert.

Unser Dojo entwickelt sich gemeinsam mit uns weiter, und ebenso wächst hoffentlich auch diese Seite mit den Jahren sowie mit den zunehmenden Fortschritten auf der Suche des Aikido von O´Sensei. Dies dank dem Weg, den uns Hikitsuchi Sensei gezeigt hat, und unter der Förderung und Verbreitung von „Aikido por la Paz“ als wahrem Wesen und Grund, aus dem M. Ueshiba Aikido erschuf.

Diego Espinosa Roca
Director Técnico del Dojo C.A.M
Entrenador Regional
5º Dan Aikikai
5º Dan Fejyda